Re: Patente und Unis sind IMHO unvereinbar – Patente werden immer wichtiger
> Naja, aber man sieht doch an Trivialpatenten,
Was konkret meinst Du damit ?
> daß das anscheinend
> nicht funktioniert.
In dem Bereich in dem ich arbeite habe ich den Eindruck, dass das
meistens ganz gut funktioniert.
> Wenn jemand wirklich was sehr kompexes
> zusammengebastelt hat,
Da liegt der Hase im Pfeffer:
etwas kompliziertes zusammenzubasteln ist weniger eine Kunst, als
etwas genial einfaches, and das einfach keiner gedacht hat.
> soll er auch einen Nutzen/Lohn daraus ziehen,
> sowas ist ja nun auch Triebfeder von Entwicklungen. Aber ich glaube,
> bei so vielen geldgierigen Idioten, wie es sie jetzt gibt, geht das
> alles schnell vor den Baum und wird völlig überstrapaziert.
Viele Leute sehen meines Erachtens einfach einige wenige Patente, die
nicht rechtsbeständig sind und kippen das Kind mit dem Bade aus:
“Patente sind Mist”, da sie die zahlreichen Entwicklungen nicht
sehen, die zu Recht patentiert werden. Oder sie haben oft auch gar
keine Ahnung von Patenten, wie zum Beispiel das nicht auszurottende
Gerücht, dass der Fortschrittsbalken patentiert sei (ohne dass ich
damit eine Lanze für Softwarepatente brechen möchte).
> Man sieht doch schon, wie sich die Firmen in den USA “im Kreis”
> verklagen wegen irgendwelcher Patente.
Das liegt aber an dem grundsätzlich anderen Patentsystem dort:
erstens ist das System “first to invent” (im Rest der Welt gilt
“first to file”, also der, der zuerst beim Patentamt eingereicht hat
bekommt das Patent) so komplex, (kann damit enden, dass die Anwälte
die Labortagebücher durchschauen um rauszufinden, wer an welchem Tag
welchen Fitzel efunden hat) dass eigentlich nur vor Gericht eine
vernünftige und faire Problemlösung möglich ist
Zweitens gibt es viele Sonderregeln und Fallentscheidungen, die
weitere Tücken bergen (z.B. ist ein Patent nichtig, wenn die
Benennung der Erfinder falsch ist oder wenn man relevante prior art,
von der man erfährt, nicht rechtzeitig selbst dem Patentamt meldet),
drittens gibt es nicht wie in der zivilisierten Welt ein
Einspruchsverfahren mit verträglichen Kosten und realistischen
Chancen ein Patent zu kippen, so dass man üblicherweise schaut ob das
Patent möglicherweise nicht rechtsbeständig ist, dann eben verletzt
und sich verklagen lässt.
Das ist in Europa eben völlig anders.
[...] geprüft; d.h. theoretisch wird in allen 40 > Millionen Patenten, die es weltweit gibt, nachgesehen, ob der > beschriebene Stand der Technik schon existiert; dazu kommen alle > sonstigen [...]